CV – aber richtig! Oder doch lieber ein Lebenslauf?

„Lebenslauf“ – dieser Begriff findet in unserer global vernetzten Welt kaum noch Anwendung. CV heißt dieses Dokument heute und ist eine Abkürzung des lateinischen Curriculum Vitae.

Um in Recruiting-Prozessen auf sich aufmerksam zu machen und sich von Ihren Mitbewerbern abzuheben, benötigen Sie einen USP, ein Alleinstellungsmerkmal –  Ihren CV! Er ist Ihre Visitenkarte, Ihre Eintrittskarte, die – im Idealfall – sofort beim Ansehen einen Oho-Effekt hervorruft. Deshalb ist die Zeit und Sorgfalt, die Sie bei der Erstellung des Dokumentes aufwenden, sehr gut investiert. Breit angelegte Studien haben ergeben, dass dem Lebenslauf ein größeres Gewicht beigemessen wird als Motivationsschreiben und Zeugnissen.

Da im Recruiting oft hoher Zeitdruck herrscht, muss Ihr CV innerhalb weniger Sekunden kommunizieren, dass SIE für die entsprechende Position der/die Beste sind. Dazu gehört ein gehöriges Maß an Selbstmarketing, eine Anpassung der Optik an die Branche, in der Sie tätig werden wollen, und selbstverständlich korrekte Orthografie, Grammatik und Interpunktion. Verwenden Sie durchgehend einen einzigen Font (Schriftart), um Unruhe im Dokument zu vermeiden. Ihr Bewerbungs-Foto sollte professionell aufgenommen sein – Fotos in privatem Umfeld sind hier keine Option. In verschiedenen englischsprachigen Ländern verzichtet man heute auf ein Foto, um Diskriminierungen zu vermeiden. Hier bei uns ist das Foto jedoch nach wie vor ein fester Bestandteil des Lebenslaufs.

Die Optik Ihres CV sollte sehr stark auf die Branche der gewünschten Position zugeschnitten sein. Im Beauty-Bereich darf es daher ein wenig kreativer sein als bei Anwaltskanzleien oder Banken. Spielen Sie mit Farben, aber bleiben Sie besser innerhalb einer Farbgruppe und vermeiden Sie grelle Neontöne.

Im deutschsprachigen Raum wird ein Lebenslauf in Tabellenform bevorzugt, dessen klare Struktur bei der Durchsicht Vorteile bietet. Es hat sich in bewährt, ein sog. Kurzprofil, eine „Executive Summary“ Ihrer Erfahrungen, Stärken und beruflichen Schwerpunkte als Deckblatt voranzustellen. Diese Zusammenfassung hilft, Neugier auf mehr Informationen zu Ihnen zu wecken. Verwenden Sie deshalb hier besonders aussagekräftige Texte und Bullet-Points. Als Stärken sollten Sie besonders diejenigen herausstellen, die im Anforderungsprofil der Position genannt werden. Ein Foto und Ihre persönlichen Daten wie Name, Geburtstag und Geburtsort, Adresse, Telefon und eMail sollten hier eingebunden sein. Weisen Sie auf dieser Seite auch gleich auf Ihre Profile in den sozialen Medien und Business-Netzwerken hin.

Nach diesem Deckblatt folgt im Dokument Ihr beruflicher Werdegang. Der Fokus sollte hier auf Ihrer Erfahrung und Ihren Qualifikationen liegen. Wichtig ist, dass Sie mit Ihrer aktuellen Situation beginnen – mit der Schulbildung anzufangen ist schon lange nicht mehr üblich. Nennen Sie – mit einer knappen Information dazu – das Unternehmen, in dem Sie arbeiten, und beschreiben Sie in Bullet-Points Ihre derzeitigen Aufgaben. Danach informieren Sie rückwärts über Ihre vorangegangenen Positionen. Geben Sie dabei auch gerne Ihre Erfolge, die „Milestones“, aber auch die Gründe an, die Sie zu einem Wechsel bewogen haben. Beides ist für Recruiter sehr interessant. Die Erfolge geben wirkungsvolle Argumente für die Besetzung der offenen Position mit gerade Ihnen, die Wechselgründe können Stellen erklären, in denen Sie nicht lange tätig waren.

Es folgen Ihre Berufsausbildung(en), eventuelle Weiterbildungen und Ihre schulische Ausbildung. Vergessen Sie auch Ihre Softskills, z. B. Teamfähigkeit oder soziale Kompetenz, nicht. Sprachkenntnisse sollten Sie immer mit Ihrem Kenntnisstand (A1, B2,…) angeben. Auch bei EDV-Kenntnissen ist eine Spezifizierung ratsam. Der Führerschein ist in der Regel nur dann interessant, wenn die Stelle eine bestimmte Führerscheinklasse erfordert.

Für Recruiter sind auch Hobbys von Interesse. Wählen Sie diese wahrheitsgemäß, aber geschickt aus. Eine Teamsportart zeugt von Teamgeist und Fair Play, eine Einzelsportart kann auf Belastbarkeit, Durchhaltevermögen oder Ehrgeiz hindeuten. Geben Sie aber besser nicht zu viele Hobbys an.

Generell ist es von Vorteil, wenn Sie

  • Ihre Tätigkeiten in Nomen anstatt in Verben benennen,
  • Zusammengehöriges nicht durch einen Seitenumbruch trennen lassen,
  • Ihren beruflichen Werdegang kurz und knapp halten,
  • Ihr Design konsequent über alle Seiten des Dokuments gleich halten,
  • das Dokument als CV mit Ihrem Namen und dem aktuellen Datum abspeichern.

Eher nachteilig kann es sich auswirken, wenn Sie

  • Berufserfahrungen auflisten, die für die gewünschte Stelle wenig relevant sind,
  • Erfolge und Leistungen explizit benennen, die für die ausgeschriebene Position selbstverständlich sind,
  • sich selbst physisch beschreiben,
  • überzogene Gehaltsforderungen nennen,
  • Unwahrheiten über Zeiten ohne Beschäftigung einsetzen,
  • Ihre Eltern, Kinder oder Ihre/n Partner*in erwähnen,
  • Ihre Sozialversicherungsnummer angeben.

Bevor Sie Ihren Lebenslauf verschicken, können Sie noch eine elektronische Rechtschreibprüfung durchführen. Auf jeden Fall sollten Sie das Dokument aber ausdrucken, um die visuelle Perfektion in Augenschein zu nehmen.

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